Autor Thema: Körper UND Seele  (Gelesen 5302 mal)

Jannik

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Re: Körper UND Seele
« Antwort #8 am: 31. Januar 2007, 18:09 »
Danke für deine Antwort, es mag seltsam klingen, aber eine zeitlang, nachdem ich mir einen Computer angeschafft hatte, hab ich manchmal geträumt, ich wäre ein Computer oder der Computer würde mich bedienen.  Ich glaube nicht, daß ich der einzige bin, der so von technischen Dingen träumt. 
/>Was hat das mit Körper und Seele zu tun?  Wenn ich  mit den Dingen in meiner Umgebung in Einklang lebe, ist die Verbindung zwischen meinem Körper und meiner Seele gut.  Wenn ich meine Umgebung hasse, oder  ich mit meinem Besitz nicht zufrieden bin, färbt das auf das Verhältnis zwischen Körper und Seele ab.  Natürlich spielt das Verhältnis zu anderen Menschen die größte Rolle und da trifft die Wechselbeziehung umso mehr zu, aber egal ob Mensch oder Dinge, wer loslassen kann, und über das was grade da ist glücklich sein kann,  hat's leichter. 

Werner

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Re: Körper UND Seele
« Antwort #9 am: 31. Januar 2007, 22:31 »
Jannik, du bist ein wahrer Philosoph!
/>
/>McClaudia, du vermischt zwei Dinge. Einmal gebe ich dir vollkommen Recht, dass alles auch Spirit ist. Das habe ich hier ja schon hundertmal (vielleicht sogar schon 101 mal) geschrieben. Daran besteht für mich also nicht der geringste Zweifel.
/>Aber was du vermischt, das ist Moral und Spirit.
/>Wie kommst du darauf, dass Moral etwas mit Spirit zu tun hat? Da spukt noch deine Prägung durch die christliche Religion mit rein. Das Denken  und Gut und Böse kommt  aus der christlichen Lehre, die ja von Gut und Böse spricht und Moral wird im christlichen Sinne als etwas Gottgewolltes hingestellt und Gott wird als DAS GUTE schlechthin angesehen. Aber das ist menschengemacht und man hat dies wahrscheinlich nur gemacht, weil man damit die Menschen lenken kann und auf diese Weise Macht gewinnt. Aber das wäre ein eigenes Thema.
/>Moral hat also mit Gut und Böse im übergeordneten Sinne nichts zu tun.
/>Wohl jedoch kann der Mensch Werte aufstellen (was man auch Moral nennen kann) und auch Regeln, die das menschliche Zusammenleben angenehmer machen. Und in diesem Sinne gibt es dann ein Verhalten, das anderen Menschen schadet und es gibt ein Verhalten, das anderen Menschen nützt. Und zwar nicht im Sinne von Reichtum oder dergleichen, sondern im Sinne vom angenehmen Zusammenleben. Das kann man auch Glück nennen. Denn wenn man nicht angenehm zusammenlebt, ständig im Streit, ständig im Kampf ist, dann ist das Leben ohne Frage nicht sehr glücklich. Ich habe noch niemanden getroffen, der im Streit war und wirklich von innen heraus glücklich war. Man kann sich den Anschein geben und bei einem gewonnen Kampf ein Hochgefühl haben. Aber das ist nicht wirkliches Glück.
/>Aber da haben wir schon wieder ein neues Thema: Was ist Glück?
/>
/>Wie man sieht, sind eigentlich alle Themen - so wie auch alles andere auch - verflochten. Wer nur ein Detail herausgreift, der wird nie das Ganze erfassen, sondern nur in Bruchstücken herumwühlen.
/>
/>Somit, um auf Jannik zurück zu kommen: Es ist wirklich alles auch Spirit. Somit auch das Geld, das Auto etc.
/>Aber nun kommt die Hauptsache: Es gibt nicht guten und bösen Spirit.
/>Somit ist Geld im Prinzip nicht schlecht.
/>
/>Aber worum geht es nun im Materialismus und warum sagen wir, er ist nicht gut?
/>
/>Das Wort "gut" (nämlich im Sinne der Wertung von Gut und Böse) sollten wir hier nicht benutzen, denn es leitet uns in die Irre. Wir sollten vielmehr sagen: Ist zuviel Besitz hilfreich für ein friedliches und glückliches menschliches Zusammenleben? Und man kann die Frage noch ausweiten auf die Auswirkung auf die Umwelt, das Ausräubern des Planeten, die Schaffung der globalen Erwärmung durch unsere Habgier und so weiter.... Denn es ist ja wohl keine Frage, dass wir uns selbst unser eigenes Grab schaufeln (nicht uns selbst persönlich, sondern der gesamten Menschheit), wenn wir in egoistischer Weise nur materielle Dinge für uns anhäufen und nicht an andere und nicht an die gesamte Erde denken.
/>
/>Ein Materialist hat also ebenso Spirit wie der Mönch. Besser gesagt: Er HAT ihn nicht, er IST es. Jeder Mensch, jeder Stein, jeder Dreckhaufen ist Materie UND Spirit. Ein Mönch ist demnach nicht "besser" im obigen Sinne von Gut und Böse im übergeordneten Sinn. Aber ein Mönch nimmt niemandem etwas weg, ein Materialist jedoch nimmt für sich selbst zuviel in Anspruch und simmt somit anderen was weg. Das ist für ein friedliches und glückliches Zusammenleben aller Menschen nicht förderlich.
/>
/>Aber in diesem ganzen Fragenkomplex gibt es noch etwas: Es geht auch um die Bewußtmachung. Wir Menschen können uns nämlich die Existenz von Spirit bewußt machen. Und somit können wir nach dem Ausgleich streben. Einseitigkeit ist ein Störfaktor im Universum. Sie ist tödlich auf lange Sicht. Die Natur merzt jede Einseitigkeit über kurz oder lang aus. Im Übrigen ist der Ausgleich das Mittel zum angenehmen Leben, wenn man das Ganze (die gesamte Menschheit) betrachtet. Und darüber eine Garantie, dass wir uns nicht gegenseitig ausrotten.
/>
/>Das Instrument, das es uns ermöglicht, die Existenz von Spirit bewußt wahrzunehmen und somit auf den Ausgleich hinzuarbeiten, ist unser Verstand. Ob wir mit ihm wirklich den Spirit wahrnehmen oder nur die Wahrnehmung speichern, ist mal zweitrangig. Tatsache ist, dass wir ohne Verstand von Spirit nichts wüssten im Sinne von bewußter Wahrnehmung. Und nun kommt noch eine Besonderheit des Menschen dazu: Gerade wegen unseres Verstandes können wir "unmoralisch" im obigen Sinne, also im Sinne von "Schaden anderen zufügen" vorgehen. Ein Tier kann das gar nicht. Es lebt, sammelt Vorräte für den Winter und wenn genug da ist, dann begnügt es sich. Und wenn nicht genug da ist, dann verhungert es. Aber das stört das Tier nicht, solange es noch genug hat. Und die anderen Tiere auch nicht. Aber in der Gesamtheit ist immer alles im Gleichgewicht. Das schließt sogar ein, dass etwas zugrunde geht, das nicht überlebensfähig ist. Dies ist sogar sehr wichtig für die weitere Existenz aller anderen Lebewesen, also des Lebens ganz allgemein. Auch aus diesem Grund kann der Mensch zugrunde gehen in der Gesamtheit. Das wäre nicht wider die Natur, sondern ganz im Einklang mit der Natur und ihren ungeschriebenen Gesetzen.
/>
/>Es geht also darum, dass der Mensch wirklich eine Ausnahme ist und denken kann. Und mit diesem Denken kann er viel für andere tun aber auch viel  den Anderen Schaden zufügen. Das ist somit eine große Verantwortung. Nur wenn wir es in den nächsten Jahrhunderten noch schaffen, dies alles in den Griff zu bekommen, dann hat der Mensch in der Gesamtheit eine Chance, weiter zu bestehen. Wenn nicht, dann war der Mensch eine Fehlentwicklung der Natur. So was kommt gelegentlich vor. Dann sterben diese Lebewesen aus. Aber das Leben geht deshalb weiter und das Universum existiert auch ohne Menschen. Und sogar ohne unsere Erde und sogar ohne unser Sonnensystem. Und selbst wenn die ganze Galaxie aufhört zu existieren, dann geht es immer noch weiter. Allerdings ohne uns. Abe was macht das schon?
/>
/>Zum Begriff der Seele will ich noch was sagen. Seele hat zwar mit Spirit was zu tun, aber ich würde die Seele nicht Spirit nennen. Also nicht gleichsetzen mit Spirit. Vielmehr betrachte ich die Seele als ein Instrument, als ein Werkzeug, um Spirit wahrzunehmen. Man könnte vielleicht auch sagen, die Seele ist der Widerschein oder die Ausstrahlung von Spirit. Oder der Ausdruck von Spirit. So irgendwie. Was Seele genau ist, das wird wohl niemand wirklich wissen.
/>Seele ist die Entsprechung von dem Inetellekt. Beides gehört zusammen, wie das bei den Entsprechungen im Sinne der Polarität ist. Wenn eines von den Beiden nicht voll ausgeprägt ist, dann ist der Mensch auch nicht ganz. Das sieht man ja bei intellektuell behinderten Menschen sehr deutlich. Bei Menschen, deren Seele verkümmert ist, sind wir nicht so klarsichtig. Weil wir so daran gewöhnt sind, dass die meisten Menschen hier ein Defizit haben, fällt uns das nicht besonders auf.
/>Allerdings ist nach meiner Auffassung die Seele nicht das, was ewig weiterlebt als Individualität. Nichts lebt weiter als Individualität. Alles ändert sich ständig. Der Gedanke, dass der Mensch als ICH weiterlebt, ist eine Erfindung der Menschen und das nennen sie dann Religion. Bzw. die Religion hat sich aus dieser Vorstellung entwickelt. Mal ganz grob gesagt.
/>
/>Werner
« Letzte Änderung: 01. Februar 2007, 04:24 von Werner »
Ich weiss, dass ich nicht weiss (Sokrates)

McClaudia

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Re: Körper UND Seele
« Antwort #10 am: 01. Februar 2007, 15:30 »
Slania Werner,
/>
/>
Wie kommst du darauf, dass Moral etwas mit Spirit zu tun hat? Da spukt noch deine Prägung durch die christliche Religion mit rein. Das Denken  und Gut und Böse kommt  aus der christlichen Lehre, die ja von Gut und Böse spricht und Moral wird im christlichen Sinne als etwas Gottgewolltes hingestellt und Gott wird als DAS GUTE schlechthin angesehen.
/>

/>ICH hab überhaupt nicht behauptet, dass Spirit was mit Moral zu tun hat. Du hast das, indem Du einen Bruch in Deiner Argumentation gemacht hast. Erst erzählst Du vom Spirit und dann von den schlechten Eigenschaften des Menschen, die deshalb schlecht sind, weil sie den Spirit nicht erkennen.
/>
/>Das habe ich auch angeprangert. Wenn ich eine Ontologie vertrete, die auf die unbedingte Zusammengehörigkeit von Materie und Geist ausgerichtet ist, dann ist das ohne jedwege Moral, was die Bewertung des einen oder anderen betrifft. Wenn Du die Erkenntnis des Spirit als etwas wünschenswertes haben willst, und die Abwendung vom Spirit oder die Nichterkenntnis als etwas schlechtes, nicht wünschenswertes, musst Du erst mal ontologisch begründen, warum zuviel Materie schlecht ist, und wie das überhaupt gehen kann, zuviel Materie, wo doch überall der Spirit schon inbegriffen ist, und warum ein Mensch besser handelt, wenn wer Spirit erkennt.
/>
/>Mein Geldbeispiel hat nähmlich sehr schön bewiesen, dass der Spirit durchaus im Geld erkannt werden kann, der Mensch, der das tut, aber deswegen nicht besser handelt.
/>
/>Du musst also, um eine logische Ableitung Deiner Ontologie zu haben, erstbegründen, warum die Erkentnis des Spirit gut ist. Und nochwas: Was ist mit der Erkenntnis der Materie (beide sind ja gleich wichtig, hast Du gesagt).
/>
/>Das heißt weiter, Du musst den Spirit in einer Art definieren, dass er "gut" wird, um daraus das gute, ihn zu erkennen, ableiten zu können.
/>
/>Im Übrigen ist es mir scheißegal, ob man erwünschtes Verhalten als gut, wünschenswert, glückbringend, harmonisch etc. und nicht erwünschtes Verhalten als böse, schlecht, nicht wünschenswert, disharmonisch, unglückbringend, etc. bezeichnet. Letztendlich handelt es sich um Moral, und die gibts überall, die haben die Christen nicht erfunden.
/>
/>subuta
/>
/>Mc Claudia
"Freiheit ist die Freiheit sagen zu dürfen,
/>dass zwei plus zwei gleich vier ist."
/>(Winston Smith in George Orwell's 1984)

Werner

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Re: Körper UND Seele
« Antwort #11 am: 01. Februar 2007, 22:01 »
Hab ich irgendwo irgendwann einam gesagt, dass die Christen die Moral "erfunden" haben???
/>
/>Und wo, bitteschön, habe ich gesagt, dass ein Erkennen des Spirit gut ist????
/>Habe ich nicht ständig davon gesprochen, dass es Gut und Böse im übergreifenden Sinne nicht gibt???
/>
/>Dass es ein Verhalten gibt, das für andere Menschen hilfreich ist und ein Verhalten, das nicht hilfreich ist, das wird ja niemand anzweifeln. Ich hoffe, auch du nicht, McClaudia.
/>
/>Vielleicht liest du mal meinen Text nochmals durch, dann wird dir dein letztes Posting als überflüssig vorkommen!
/>
/>Werner
/>
/>
Ich weiss, dass ich nicht weiss (Sokrates)

Sonny

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Re: Körper UND Seele
« Antwort #12 am: 01. Februar 2007, 22:34 »
Hallo Werner,
/>
Dass es ein Verhalten gibt, das für andere Menschen hilfreich ist und ein Verhalten, das nicht hilfreich ist, das wird ja niemand anzweifeln.
du meinst das alte Prinzip von gegenseitiger Förderung und Hemmung. Wenn du etwas Gutes tun willst, wird es ebenso große Hindernisse geben. Erst dadurch kannst du dich des Errungenen erfreuen ;-)
/>LG
/>Sonny

Werner

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Re: Körper UND Seele
« Antwort #13 am: 02. Februar 2007, 07:08 »
Hallo Sonny
/>Ich habe es eigentlich im Bezug von Gut und Böse gemeint. Nämlich, dass es das Gute und das Böse nach meiner Meinung im übergeordneten Sinne (also ich meine als eine übergeordnete Kraft oder Energie) nicht direkt gibt. Aber dass trotzdem Menschen anderen Menschen und auch der Umwelt Gutes oder Schlechtes antun können, das ist ja keine Frage.
/>Freilich kann man dann dies auch als DAS Gute und DAS Böse bezeichnen. Es hat halt immer alles auch mit Definitionen zu tun. Eigentlich müßte man bei jeder Diskussion vorher immer klären, was man mit bestimmten Terminologien eigentlich meint.
/>Viele schauen einfach im Lexikon nach. Das ist zwar ein Weg, den man gehen kann. Aber andererseits haben auch Lexika nur die Meinung einer bestimmten Zeit oder auch einer bestimmten Strömung. Ganz unparteiisch ist auch ein Lexikon nicht. Und dann gibt es noch die Randgruppen oder Minoritäten, die ihre eigenen Definitionen haben, welche ganz wesentlich von dem Mainstream abweichen. Ein gutes Beispiel sind die Religionen. Hier gibt es festegelegte Definitionen. Aber in einer anderen Religion kann die Definition ganz anders sein.
/>Aber wir kommen vom Thema ab. Eigentlich wäre die Frage nach Definitionen ein eigenes Thema.
/>Und das von dir angesprochene Thema von Förderung und Hemmung ist zwar auch ein Teil der Polarität, aber eigentlich schon wieder ein Unterthema.
/>Ja, es ist manchmal sehr schwierig, alles unter einen Hut zu bekommen!
/>
/>LG
/>Werner
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morgane

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Re: Körper UND Seele
« Antwort #14 am: 02. Februar 2007, 09:57 »
Hi!
/>ich liebe dieses alte, aber gute gleichnis dazu:
/>
/>Was ist die hölle (das böse)? Alle stehen um einen vollen kessel. Jeder hat einen langstieligen löffel und findet damit natürlich nicht in seinen mund. Folge: hunger.
/>
/>Was ist der himmel (das gute)?. Alle stehen um einen vollen kessel. Jeder hat einen langstieligen löffel und füttert damit den anderen. Folge: hunger gestillt.
/>
/>So einfach ist das.
/>
/> :-* morgane
Denn siehe, alle akte der liebe und der freude sind riten zu meinen ehren.....

McClaudia

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Re: Körper UND Seele
« Antwort #15 am: 02. Februar 2007, 12:19 »
Slania Werner,
/>
/>ich habe Deine Texte aufmerksam gelesen, und es geht mir nur darum, dass Du aus einer an und für sich nicht auf Moral basierenden Ontologie moralisches Verhalten oder Fehlverhalten ableitest.
/>
/>Das ist unlogisch in der Argumentation.
/>
/>fertig.
/>
/>subuta
/>
/>Mc Claudia
"Freiheit ist die Freiheit sagen zu dürfen,
/>dass zwei plus zwei gleich vier ist."
/>(Winston Smith in George Orwell's 1984)