Autor Thema: Männliche Spiritualität  (Gelesen 17100 mal)

Anufa Ellhorn

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Wege und Werte
« Antwort #136 am: 26. Januar 2007, 20:22 »
Well met, alle zusammen ;)
/>
/>>(Distel) Das ist eher ne Situation marke: "Jetzt ham wir den Scheiss, Hilfe, was machen wir jetzt damit".
/>Wenn geschlechtsspezifische Gewaltprävention genauer ansetzen kann und bessere Ergebnisse bringen kann als eine, die die unterschiedliche Situation von Männern und Frauen ignoriert, dann nehm ich doch die geschlechtsspezifische Version.
/>
/>Genau das ist der Punkt, den ich z. B. für mich privat verfolge. Ich merke einfach, dass ich in vielen Dingen anders reagiere als ein Mann (oder mir bekannte Männer generell) - erstmal interessiert mich dabei wie ich damit möglichst sinnvoll überlebe und erst in zweiter Linie, warum das eigentlich so ist und ob das für mich auch tatsächlich so und nicht anders Sinn macht :devilish:. Dass es auch Zeit für Theorien und Veränderungen geben sollte, das steht wieder auf einem anderen Blatt und läuft schon fast unter Luxus...
/>
/>>(eibensang) Initiationsriten sind zwar weder "Allheil-" noch "Wundermittel" - sie sorgen "nur" dafür, daß man hernach
/>
/>a) weiß, wer man (geworden) ist
/>b) seinen Platz in der Gesellschaft kennt und einnehmen kann
/>c) beides angemessen reflektiert bekommt
/>
/>...durch gezielte persönliche Grenzerfahrung.
/>
/>Genau so sehe ich das auch - denn da liegt genau der Riesenhaken im Gedärm (unverdaubar und ziemlich schmerzhaft, weil bis dato mir völligst entgangen ist, wie der entfernbar wäre ohne gleich ein Stück Darm mitloszuwerden)
/>
/>Weil zwar was MCClaudia gesagt hat, ne gute Idee wäre
/>>...So in der Art könnte ich mir heute Initiationsriten vorstellen.
/>
/>Bloss es so eben nicht funzt, weil die Anerkennung durch die Gemeinschaft fehlt - weil es heute kaum mehr "DIE Gemeinschaft" gibt. Was zwar den Riesenvorteil hat, dass mensch sich wesentlich ungezwungener sehen kann (ohne die in den Dörfern noch heute üblichen "das kannst doch ned machen") aber auch den Riesennachteil, dass mensch einen Grossteil an Bestätigung halt jetzt nicht mehr bekommt, danach hungert und folglich gewissen "selbstgeschaffenen Zwängen" um an diese Befriedigung seines Bestätigungsbedürfnisses zu kommen umso eher erliegt...
/>
/>Aber das sind nur so ein paar ad hoc Gedanken...
Bright blessings
/>Anufa

McClaudia

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Re: Männliche Spiritualität
« Antwort #137 am: 28. Januar 2007, 11:36 »
Slania,
/>
/>also mit "Gemeinschaft", "Gemeinde" meine ich wirklich das im politischen Sinn. Das heißt, Initiationsriten als Gesellschaftsauftrag, unabhängig von der Religion.
/>
/>Mir ist das irgendwie spontan aus mehreren Einzelteilen eingefallen:
/>
/>- dass ich, als ich 19 wurde (damals war 19 noch Volljährigkeit), per Post einen schönen Bildband über Wien gekriegt hab vom Bürgermeister. Das war ja recht nett, ich hab mich gefreut, und irgendwie hätte ich mir da "mehr" gewünscht. Vielleicht so in der Art, dass alle, die volljährig werden, im Rathaus eingeladen werden auf ne Volljährigkeitsparty oder ähnliches.
/>
/>- diverse dämliche Big-Brother-Sendungen, v.a. jene, die an körperliche Grenzen gehen, wie die Österreichdurchquerung auf Schusters Rappen
/>
/>- m.W. gabs im ehem. Ostblock eine Alternativfeier zur Firmung, auf politischer Basis
/>
/>- Bootcamps, allerdings ohne Gefängnis und Strafcharakter. Eher Richtung - an körperliche Grenzen gehen, Teamwork, irgendwo draußen in der Pampa
/>
/>- Wehrpflicht bzw. Zivildienst für Jungs
/>
/>- Teamprojekte, wie sie in einigen Schulen laufen
/>
/>Also, alles zusammengenommen, schwebt mir da, je nach körperlicher Verfassung und Belastbarkeit eben so ne moderne Version des Walkabout vor. In Teams auf jeden Fall, weil wir so eh vereinzelt sind, und grad bei so argen Teamarbeiten Grenzen und Respekt sehr bewusst gemacht werden. Weiters ganz wichtig fände ich, dass alle Eltern der Betroffenen und deren Freund/innen bei den letztlichen Ehrungen der Volljährig Gewordenen dabei sind.
/>
/>Durchführbar ist sowas nur auf politischer Basis oder auf Basis von Schüler/innen oder Eltern-Vereinigungen
/>
/>subuta
/>
/>Mc Claudia
"Freiheit ist die Freiheit sagen zu dürfen,
/>dass zwei plus zwei gleich vier ist."
/>(Winston Smith in George Orwell's 1984)