Autor Thema: machoallüren  (Gelesen 16073 mal)

Holztiger

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Re: machoallüren
« Antwort #24 am: 09. Mai 2007, 14:20 »
Bitte sind wir im kindergarten, daß man sowas auch noch wem erklären muss!? :) ...daß männer, die ein bisschen Arsch sind, vielleicht damit ihr Interesse am anderen Geschlecht bekunden.........ob das dann einfach nur nervt oder reizvoll ist......liegt im auge des weiblichen betrachters (die palette reicht von dorftrottel über discoking zum beamten bis hin zum hausmann und fensterputzer und einige Frauen interessieren sich einfach nicht für Männer - die haben in dem Fall tatsächlich die Arschkarte....ahem ...das nachsehen :-X) 
/>

rivka

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Re: machoallüren
« Antwort #25 am: 09. Mai 2007, 14:28 »
Zitat
Bitte sind wir im kindergarten, daß man sowas auch noch wem erklären muss!?
Im Kindergarten?
/>*umguck*
/>
/>Eher nicht mein Eindruck :)
/>
/>Trotzdem finde ich es interessant, warum "Kose"-formen, die letztlich Diminutivformen sind, hauptsächlich einseitig und in, meiner Ansicht nach, hierarchieschaffender oder -etablierender Weise angebracht werden. Zum Mädchen gibtt's halt das Jungchen nicht. Das darf einem doch zu denken geben, oder? Wie gesagt, in dem Zusammenhang empfehle ich gerne Jelinek...
Wir würden uns für unsere Meinungen nicht verbrennen lassen: wir sind ihrer nicht so sicher. Aber vielleicht dafür, daß wir unsere Meinungen haben dürfen und ändern dürfen.
/>
/>(Nietzsche)

Dimnara

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Re: machoallüren
« Antwort #26 am: 09. Mai 2007, 14:44 »

/>
/>Ich glaube man sollte das in verschiedene Fälle unterteilen.
/>Es ist erstens ein Riesenunterschied ob das nun als Anmache/Annäherungsversuch kommt, oder ob es wie Rivka schon sagte beruflich/gesellschaftlich als hierachieschaffender Faktor benutzt wird.
/>
/>Und dann sollte man sich noch einmal überlegen mit welchen Spielregeln das Ganze gespielt wird. Die Krankenschwester mag es vielleicht sich selbst in der Rolle des blonden Dummchens darzustellen, die vom Oberartzt als 'Süße' tituliert wird, weil sie sich damit selbst auch einen gewissen, wenn auch nach aussen hin nicht so offentsichtlichen, Machtvorteil herausschlägt.
/>Das ist ja keine neue Strategie und angewendet wird sie von genug Frauen, die ja auch ihren Vorteil daraus ziehen. (Verona Pooh, Sonja Kraus etc.)
/>
/>lg Dimnara
/>
/>PS@ Distel: Du reagierst in meinen Augen in diesem Tread so persönlich betroffen, dass ich leider ununterbrochen den Eindruck bekomme, dass du ein Problem mit der Thematik hast.
/>
Alle Macht dem fliegenden Spaghettimonster! Pastafari 4ever!

Holztiger

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Re: machoallüren
« Antwort #27 am: 09. Mai 2007, 14:45 »
Jelinek hat einmal ein sehr ausführliches Interview auf FM4 (melancholischer teenie-sender) gegeben....hat berührend offen über Persönliches gesprochen, darunter auch über ihre schwierige Kindheit, traumatische Erlebnisse etc.
/>
/>
/>meine Empfehlung zu der Thematik:
/>
/>"Weshalb verlieren viele Frauen im Umgang mit Männern ihr Selbstvertrauen? Und warum ist ihnen das in den meisten Fällen gar nicht bewußt? Jahrelang hatte Julia Onken keinen Gedanken an ihren Vater verschwendet. Da zerbricht ihre Liebesbeziehung, und sie sucht in einem fiktiven Briefwechsel die Gründe für das Scheitern der Partnerbeziehung. Plötzlich ist ihr Vater wieder präsent und sie das kleine Mädchen, das alle Register zieht, um die Liebe ihres Vaters zu erringen. In einem schmerzhaften Lernprozeß wird sich die Autorin ihrer unerwiderten Liebe zum Vater bewußt und der Folgen für sie selbst und ihre Partner. Julia Onken, eine weit über die Grenzen der Schweiz hinaus bekannte Therapeutin, versteht es meisterhaft, ein Grundproblem vieler Frauen zu erschließen."
/>
/>(aus Vatermänner, Julia Onken)
/>
/>Autorenporträt
/>Julia Onken, dipl. Psych., leitet Selbsterfahrungskurse und praktiziert als Psychologin in Kreuzlingen (Schweiz). Sie ist eine der erfolgreichsten Sachbuchautorinnen.
/>
/>
/>auch für Männer interessant zu lesen und sehr sehr aufschlußreich;)
/>es gibt für jenes Verhalten sehr wohl eine plausible Erklärung...und Onken bringt es so lebensnah rüber, daß einem Mann bewußt wird, was er einer Frau alles antun kann, ohne es wirklich mitzubekommen...ich hab das Buch von Arbeitskolleginnen geschenkt bekommen. Die Thematik wurde einmal in der Supervision angeschnitten und ich hab mich halt sehr dafür interessiert...*gg*
/>
/>lg,
/>Holzi
« Letzte Änderung: 09. Mai 2007, 14:48 von Holztiger »

Yasha

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Re: machoallüren
« Antwort #28 am: 09. Mai 2007, 15:03 »
Trotzdem finde ich es interessant, warum "Kose"-formen, die letztlich Diminutivformen sind, hauptsächlich einseitig und in, meiner Ansicht nach, hierarchieschaffender oder -etablierender Weise angebracht werden. Zum Mädchen gibtt's halt das Jungchen nicht. Das darf einem doch zu denken geben, oder? Wie gesagt, in dem Zusammenhang empfehle ich gerne Jelinek...
/>

/>hmm.... aber wenn man Mädchen genannt wird kann man ja eigentlich demonstrativ mit "Bübchen" antworten  :laugh: Den find ich viel mehr von oben herab als Jungchen ;)
/>
/>
/>Um unsere "Gesellschaft" etwas zu verteidigen: Ich kanns mir beim Besten willen nicht vorstellen dass ein Arzt seine Helferin "Süsse" nennt. *kopfkratz* ich hab das so noch nie erlebt und höchstens in Scrubs mal gesehn... allgemein im Beruf hab ichs nie erlebt dass ein Chef mich oder andere Frauen wegen ihres Frau-seins benachteiligt hätten, zumindest im direkten Umgang. Die waren einfach bisher allgemein nicht sehr kompetent  :laugh: Von Mitarbeitern hab ich das schon erlebt, aber nicht von einem Chef der seine Stellung zementieren wollte.
/>Ich bin allerdings auch in einem technischen Beruf, kann sein dass hier Klischees nicht ganz so sehr durchdrücken. Eine Sekretärin wird mit sowas wohl ungleich öfter zu tun haben  :sad1:

Dimnara

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Re: machoallüren
« Antwort #29 am: 09. Mai 2007, 15:08 »

/>Irgendwo wird das schon noch vorkommen denke ich, aber wenn ist das sowieso stark im Rückgang. *fg*
/>
/>--> Habe neue Tread zu Vater/Tochterbeziehung eröffnet: Klickmich
/>
/>lg Dimnara
Alle Macht dem fliegenden Spaghettimonster! Pastafari 4ever!

Kalynia

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Re: machoallüren
« Antwort #30 am: 09. Mai 2007, 15:10 »
Immer gleich diese Aufregung *tsts*
/>
/>
Ich verstehe nicht. Einerseits sagst du "wenn man sonst keine Probleme hat..." und stimmst den Anderen zu, die da sagen "Ja mei, ist eben in unserer Gesellschaft so".
/>

/>
das ist ja logisch erstmal ein widerspruch. wenn du feststellst, dass es nicht nur machos an den tag legen, ist es existent und muss nicht gemacht werden. also so ganz logisch betrachtet.
/>

/>Also ganz logisch betrachtet, mag es ein Widerspruch sein, wenn man nicht verstanden hat, worauf sich mein erstes Posting bezog. Ich meinte damit überhaupt nicht, dass es solche Herabwürdigungen nicht gibt, sondern, dass sie nicht von vornherein ein Problem sind (und zudem ist die Ansicht, dass so was nur Machos und demnach Männer machen, ziemlich geschlechtsspezifisches Schubladendenken, oder nicht?). Zum Problem werden sie gemacht, wenn man nicht damit umgehen kann.
/>
/>
Auf der anderen Seite horchst du auf, wenn ICH Schnuckiputzi sage??
/>

/>War ja klar  :laugh:
/>Ich wollte damit nur darauf hinweisen, dass so ein Verhalten per se eben KEINE Machoallüren sind und Frauen das genauso drauf haben ;)
/>
/>Man muss nicht aus allem, was einem gegen den Strich geht, ein Feminismus-Thema machen. Aber das ist nur meine Meinung und jeder soll tun und lassen, was er will.
/>
/>
Aber ist es wirklich so schlimm über die systematische, und bei Männern nicht genauso stattfindende, verniedlichung und sprachliche verkleinerung von Frauen zu sprechen?
/>

/>Ich kenn zwei Männer, die sich gegenseitig „Kleiner“ und „Großer“ nennen, und sich nicht davon herabgesetzt fühlen. Ich hab auch schon Frauen miterlebt, die Männer prinzipiell mit „Kleiner“ angesprochen haben oder einen Mann in einer hitzigen Diskussion herabwertend „Liebster“ oder „Schucki“ genannt haben. Also nö, ich kann aufgrund meiner Erfahrungen nicht behaupten, dass sprachliche Verkleinerung/Verniedlichung bei Männern nicht genauso stattfindet.
/>
/>
antifeminitischer reflex? persönlicher film mit lucia und distel? desinteresse am thema bevormudende sprache/ausdrücke?
/>

/>Nö, nix dergleichen  ;)
/>
/>So, von meiner Seite aus ist alles zu dem Thema gesagt, ich wünsche viel Spaß beim diskutieren! *hinterher noch ein weißes Fähnchen schwenk*

rivka

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Re: machoallüren
« Antwort #31 am: 09. Mai 2007, 15:13 »
Zitat
Irgendwo wird das schon noch vorkommen denke ich,

/>Zwar nicht als Vorgesetzter-Angestellte- Konstellation, aber vorkommen? Zum Beispiel hier:
/>
Zitat
Nee, Süße, das funktioniert von anfang an nicht! Nur merken das scheinbar die wenigsten. Und noch viel wenigere scheinen zu merken warum es nicht funktioniert.
/>
( http://forum.wurzelwerk.at/index.php/topic,8356.96.html f.)
Wir würden uns für unsere Meinungen nicht verbrennen lassen: wir sind ihrer nicht so sicher. Aber vielleicht dafür, daß wir unsere Meinungen haben dürfen und ändern dürfen.
/>
/>(Nietzsche)